Es gibt diesen Moment, wenn man vor einem leeren Blatt sitzt und eigentlich so gerne zeichnen möchte. Man liebt es Gesichter zu zeichnen und Charaktere zu erschaffen. Aber man bekommt es einfach nicht so hin, wie man es gerne hätte. Als hätte man nie wirklich verstanden, wie es funktioniert. Genau so ging es mir lange Zeit auch.
Im Studium wurde meine Art zu zeichnen oft kritisiert. Vor allem, wenn es um Gesichter und Menschen ging. Aber mir wurde nie erklärt, was ich konkret verändern kann. Nie gezeigt, welche Schritte ich ausbessern muss um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Ich hatte das Gefühl, ich sollte es einfach können. Und wenn nicht, dann bin ich eben nicht gut genug für den kreativen Studiengang.
Dieses Gefühl, alleine zu sein mit den eigenen Unsicherheiten, kenne ich deswegen sehr gut. Erst als ich selbst begann, Zeichenkurse zu besuchen, verstand ich, was mir gefehlt hatte. Struktur. Verständliche Erklärungen. Konkrete Werkzeuge. Ich habe mir aus jedem Kurs etwas mitgenommen und daraus meine eigene Technik entwickelt. Eine Herangehensweise, die für mich Sinn ergibt und die heute die Basis meiner Arbeit ist.
Vor einem Jahr hätte ich selbst noch über viele meiner Zeichnungen den Kopf geschüttelt. Heute bin ich stolz auf meinen Weg. Und genau dieses Gefühl möchte ich weitergeben.
Mein Workshop richtet sich an Frauen, die genauso gerne zeichnen, wie ich. Die spüren, dass da Talent und Leidenschaft sind. Die aber immer wieder an Gesichtern scheitern und nicht verstehen, warum es nicht so aussieht, wie sie es sich vorstellen. Die vielleicht denken, sie seien einfach nicht gut genug. Aber in Wahrheit fehlt oft nur das „Wie“.
Natürlich braucht Zeichnen Übung. Natürlich muss man auch dranbleiben. Aber wenn man die Grundlagen nicht versteht, oder sie gar nicht erst kennt, kann man sie auch nicht umsetzen. Und genau da setze ich an. Ich möchte zeigen, dass Gesichter zeichnen kein geheimnisvolles Talent ist, das man entweder hat oder nicht hat. Es ist ein Handwerk. Eine Technik. Eine Herangehensweise, die man lernen kann. Und im Grunde so einfach ist, dass dies auch Kinder können.
Und noch etwas ist mir wichtig: In meinen Workshops soll jede Teilnehmerin Raum für ihre Fragen haben. Ich möchte Feedback geben, individuell unterstützen und wirklich helfen dich weiter zu bringen. Nicht nur trocken was vormachen.
Am Ende soll jede Frau nicht nur mit einer Zeichnung nach Hause gehen, sondern mit Stolz. Mit dem Gefühl, sich überwunden zu haben. Mit Mut, Neues auszuprobieren. Und mit der Erkenntnis, dass vermeintliche Fehler oft genau das sind, was einer Zeichnung Charakter verleiht. Denn Kunst ist kein perfektes Ergebnis. Kunst ist ein Prozess. Und manchmal braucht es einfach jemanden, der einem zeigt, wie der erste Schritt geht.
Manchmal werde ich gefragt wie ich dahin gekommen bin, wo ich heute stehe. Mein Weg hierher war auf jenen Fall kein ruhiger gerader Feldweg. Ehr wie ein enger steiler Bergpass. Er war nicht perfekt. Und ganz sicher nicht immer leicht.
Ich habe Modedesign studiert, mich intensiv mit Gestaltung, Form, Farbe und Ausdruck beschäftigt. Kreativität war immer ein Teil von mir. Aber wenn es um das Zeichnen von Menschen ging, besonders um Gesichter, war ich lange sehr unsicher. Meine Arbeiten wurden kritisiert. Oft hart. Doch selten bekam ich eine echte Anleitung, wie ich mich verbessern kann. Ich wusste, dass da Potenzial ist, aber ich wusste nicht, wie ich es nutzen kann. Dieses Gefühl, es nicht richtig zu machen, ohne zu verstehen warum, hat mich lange begleitet. und lies mich sehr an mich und meinem Weg zweifeln.
Statt aber aufzugeben, habe ich angefangen, selbst nach Antworten zu suchen. Ich habe Zeichenkurse besucht. Ich habe beobachtet. Analysiert. Geübt. Wieder verworfen. Neu begonnen. Ich habe mir aus allem, was ich lernen durfte, das mitgenommen, was für mich Sinn ergab. Und daraus ist Schritt für Schritt meine eigene Technik entstanden.
Vor einem Jahr noch hätte ich viele meiner Arbeiten kritisch betrachtet. Heute bin ich stolz auf meinen Weg. Nicht, weil ich „angekommen“ bin, sondern weil ich gewachsen bin. Und genau dieses Wachstum ist es, das ich weitergeben möchte.
Mir sind Ehrlichkeit und Klarheit wichtig. Ich glaube nicht daran, Menschen nur zu sagen, dass alles gut ist. Aber ich glaube daran, verständlich zu erklären, wie etwas besser werden kann. Ich glaube an Entwicklung. Ich glaube daran, dass vermeintliche Fehler oft der Anfang eines eigenen Stils sind. Was viele als einen Fehler ansehen, ist oft genau das, was ein Bild so interessant macht. Und ich finde, dass jede Frau das Recht hat, sich kreativ auszudrücken, ohne sich klein zu fühlen.
Darum unterrichte ich nicht von oben herab. Ich weiß, wie es sich anfühlt, auf der anderen Seite zu sitzen und sich unsicher zu fühlen. Mir sind die Zweifel bekannt. Ich kenne den Frust, wenn etwas nicht gelingt. Darum bringe ich nicht nur Technik mit, sondern auch Verständnis. Nicht nur Wissen, sondern eigene Erfahrung.
Diese Erfahrungen, der Kritik lassen mich, mich mit der Frau, die gerne zeichnet, aber sich nicht traut, es laut zu sagen indentivisieren.
Mit der Frau, die denkt, sie sei „nicht gut genug“.
Mit der Frau, die vielleicht schon lange kreativ ist, aber nie wirklich eine Anleitung bekommen hat um besser zu werden. Ich erkenne mich in ihr wieder.
Darum möchte ich Frauen inspirieren, die an sich zweifeln.
Die glauben, sie seien zu spät dran. Die denken, sie müssten erst perfekt sein, bevor sie sich zeigen dürfen. Ich möchte ihnen Mut machen, loszugehen, auch wenn noch nicht alles perfekt ist.
Ich weiß, wie lähmend Unsicherheit sein kann.
Und ich weiß, wie befreiend es ist, wenn plötzlich etwas Klick macht. Wenn man versteht, warum ein Gesicht vorher nicht stimmig wirkte. Wenn Proportionen plötzlich Sinn ergeben und aus Frust Freude wird.
Mir ist es deshalb, ein großes Anliegen, diesen Aha Moment weiterzugeben.
Nicht, damit jemand so zeichnet wie ich. Sondern damit sie ihren eigenen Stil entwickeln kann.
Denn mein größter Wunsch ist es die Frau, die jedes Mal frustriert das Skizzenbuch zuklappt, weil das Gesicht „komisch“ aussieht, die glaubt, sie habe kein Talent, zu helfen. Denn ihr fehlt nur das richtige Werkzeug. Ihr möchte ich zeigen, dass es nicht an ihr liegt. Sondern daran, dass ihr bisher niemand die Zusammenhänge erklärt hat.
Vielleicht sitzt du selbst gerade vor deinem Skizzenbuch, liebst es zu zeichnen, verlierst dich in Linien und Schatten, und trotzdem kommt immer wieder dieser Moment, in dem du denkst, warum es nicht so aussieht wie in deinem Kopf. Du radierst, korrigierst, beginnst neu – und irgendwann klappst du das Buch zu. Nicht, weil dir die Leidenschaft fehlt, sondern weil du nicht verstehst, was dir bisher gefehlt hat.
Vielleicht hast du dir schon gesagt, dass du nicht talentiert genug bist. Vielleicht hast du dich mit anderen verglichen und fühlst dich kleiner, als du bist. Vielleicht fürchtest du, dass es bei dir immer schwer bleibt, während es bei anderen selbstverständlich gelingt. Doch diese Unsicherheit liegt nicht an dir. Sie liegt daran, dass dir bisher niemand gezeigt hat, wie ein Gesicht aufgebaut ist, wie Proportionen wirken und wie kleine Veränderungen Ausdruck und Lebendigkeit erzeugen. Zeichnen ist kein Geheimnis, das nur wenige lösen können. Es ist ein Handwerk, das man lernen darf, Schritt für Schritt, nachvollziehbar und greifbar.
Ich wünsche mir, dass du dein Skizzenbuch nicht mehr frustriert zuklappst, sondern neugierig weiterzeichnest. Dass du verstehst, warum etwas funktioniert, erkennst, was du verändern kannst, und Schritt für Schritt aus Unsicherheit Selbstvertrauen wird. Der Moment, in dem du begreifst, was du tust, verändert alles. Plötzlich zeichnest du nicht mehr im Nebel, sondern mit Klarheit. Und vielleicht spürst du dann etwas, das viel größer ist als die richtige Technik: Stolz, Mut und die leise Gewissheit, dass du es kannst.
