Die Traumpost zum nachlesen

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Traumpost Mai 2026

Liebe ................,
2017 begann im Oktober mein Modedesign-Studium in Trier. Ich zog in eine WG mit zwei Jungs, die ich vorher nicht kannte. Aber es war die beste WG, die meine Mama und ich im Vorfeld besichtigt hatten. S. war Mitte/Ende 40 und Pa. war in meinem Alter und echt lieb und süß mit seinem krassen Akzent. Am Anfang war alles super mit den beiden, doch nach nicht ganz einem Jahr waren S. und ich uns nicht mehr ganz grün. Ich hatte teilweise sogar echt Angst vor ihm.

Als ich mich dann eines Tages aus der Wohnung aussperrte und nach nebenan zu unseren Nachbarn ging, merkte ich, dass dort auch eine WG wohnte und hier bald ein Zimmer frei werden würde. Und so kam es, dass ich einige Wochen später genau eine Tür weiter zog.

Mein damals fester Freund P. zog für sein Studium noch weiter weg. Bei mir waren es „nur“ drei Stunden, für ihn waren es ca. acht. Bis zu mir nach Trier waren es ca. sechs, je nachdem, wie gut der Verkehr war. Dadurch sahen wir uns leider auch nicht mehr so viel.

2020 war ein Jahr, das sehr viel bei mir in meinem Leben verändert hat. Es begann damit, dass Anfang des Jahres der Stiefvater meiner besten Freundin starb, und irgendwie nahm mich das sehr mit. Vielleicht auch, weil mich die Trauer meiner besten Freundin E. und ihrer Mutter M. einfach so krass mitnahm, als ob ich einen Teil ihrer Trauer spüren würde. Ich war gedanklich kurz davor, mein Studium hinzuschmeißen, aber ich musste zurück nach Trier, denn bald ging mein Praktikum los.

E. war damals mit ihrem Freund S. zusammen, aber er tat sich schwer damit, sich in sie hineinzuversetzen, und dieser Todesfall brachte ihr das noch mal ganz klar vor Augen. Also trennte sie sich ein paar Wochen später von ihm. E., S., P. und ich hatten zu viert immer eine Menge zusammen unternommen, und diese Trennung machte sich auch bei mir und P. bemerkbar, jedoch erst viel später.

Nachdem ich zurück in Trier war und mein Praktikum bei A. antrat, begann eine der schönsten, aber auch eine der schmerzvollsten Zeiten in meinem Leben. Denn hier lernte ich D. kennen. Er war Aushilfe und packte unten im Lager die Pakete, aber meistens nur einmal die Woche. Ich weiß gar nicht mehr, wie es genau passiert ist, aber ich verliebte mich so wahnsinnig in D., dass ich nicht mehr klar denken konnte. Eigentlich war er optisch überhaupt nicht mein Typ, ich fand ihn noch nicht mal attraktiv, aber das, was ich für ihn empfand, habe ich so noch nie zuvor gefühlt. Und ich war schon sehr oft verliebt.

Man könnte sagen, D. war wie eine Droge für mich, denn ich tat alles, um in seiner Nähe zu sein. Ich glaube, ihm gefiel diese Aufmerksamkeit, die er von mir bekam, denn er flirtete immer wieder mit mir.

Dann kam der Corona-Lockdown und mein Freund P. kam aus München zu mir, damit wir ihn zusammen durchstehen konnten, und am ersten Abend, als er da war, sprachen wir über D., über meine Gefühle für ihn und dass ich mir mehr von unserer Beziehung wünschte, als immer nur im Bett zu liegen und zu kuscheln. Ich wollte etwas erleben. Denn ich hatte ja gesehen, wie kurz das Leben sein kann. Doch es änderte sich nichts. In den fünf Wochen, in denen er während des Lockdowns bei mir war, waren wir gerade mal nur einmal spazieren.

Als ich dann wieder zum Praktikum gehen durfte, weil der Betrieb so klein war, traf ich wieder auf D., und die Gefühle für ihn wurden wieder intensiver. So kam es, dass ich beschloss, mich zu trennen. Es hatte auch noch andere Gründe, aber darüber möchte ich nicht sprechen. Meine Gefühle für D. waren auf jeden Fall der Tropfen auf dem heißen Stein, und so trennte ich mich dann, ich glaube, es war der 2.6.2020, nach 6,5 Jahren Beziehung.

Mittlerweile sind wir fast genauso lange getrennt, wie wir zusammen waren. Und obwohl ich gemischte Gefühle habe, wenn ich mal an ihn denke, bleibt er irgendwie doch ein Teil von mir. Schließlich gab es eine Zeit, in der ich fest davon überzeugt war, dass wir mal heiraten würden.

Drei Monate nach der Trennung überkam mich dann doch der Liebeskummer, und die Reise zu mir selber begann. Doch wie es genau dazu kam, erzähle ich im nächsten Brief.

Ich wünsche dir und deiner Familie einen wunderschönen Muttertag und ein paar schöne Feiertage im Mai!

Alles Liebe
Nathalie 💛

 

Traumpost April 2026

Liebe __________,

in meiner letzten Traumpost habe ich dir ja schon ein wenig aus meinem Leben erzählt, bis zu meinem Fachabi. Warum auch immer wollte ich unbedingt mein Fachabi machen und das am besten in einem kreativen Bereich.

Bei mir in der Nähe gab es dafür genau zwei Möglichkeiten: einmal am Glockenspitz mit Zeichnen und einmal am Vera Beckers mit Nähen, was ich auch sehr interessant fand, gerade weil meine Oma auch genäht hat. Aber sie hat es mir nie beigebracht.

Für das Glockenspitz musste ich eine Aufnahmeprüfung absolvieren. Da mir aber gesagt wurde, dass dort auch sehr viel mit dem Computer gearbeitet wird, war es auch nicht so schlimm, als ich die Aufnahmeprüfung zunächst nicht bestand. Beim Vera Beckers wurde ich direkt angenommen und sagte zu. Kurz darauf rief das Glockenspitz an, dass nun doch noch ein Platz frei geworden ist und ich ihn haben könnte, weil ich auf der Warteliste ganz oben stand. Aber ich hatte mich ja bereits entschieden. Rückblickend betrachtet wäre es vielleicht doch die bessere Wahl gewesen, aber dann wäre mein Leben wohl nie so verlaufen.

Mein damaliger fester Freund zog für seine Ausbildung nach Rheine und ich fuhr jeden Morgen mit dem Zug nach Krefeld. Also sahen wir uns nur noch am Wochenende. Schon bald hatte ich in meiner neuen Klasse ein paar Freunde gefunden. Darunter R., sie kam auch aus Geldern, J. aus Neuss und K. aus Krefeld. Er war einer von drei Jungs in der Klasse und schon bald waren wir unzertrennlich. Die meisten dachten, dass K. und ich zusammen wären. Waren wir aber nicht. Wir haben uns auch nie geküsst oder Ähnliches. Ich war zu der Zeit wahnsinnig prüde und konnte mir nicht vorstellen, mit jemandem zusammen zu sein, der deutlich mehr Erfahrungen hatte als ich. Hinzu kam, dass er geraucht hat und den Geruch mochte ich nicht. Aber ich mochte ihn. Wahrscheinlich mehr, als ich mir eingestehen wollte. Im Unterricht half ich ihm immer, denn die meisten Sachen konnte ich besser. Dafür gab er mir seine Freundschaft. Und auch wenn wir es beide nie gesagt haben, glaube ich, dass vielleicht auch er mich mehr mochte, als er zugeben wollte.

Mitten im zweiten Ausbildungsjahr änderte sich allerdings alles schlagartig. Von heute auf morgen kam er nicht mehr zur Schule. Er schrieb meinem festen Freund, dass ich ihn geküsst hätte, wenn ich die Chance gehabt hätte. Und dann war er weg.

Ich weiß bis heute nicht, warum. Warum er gegangen ist und warum er den Kontakt abgebrochen hat. Jahre später, nachdem ich mich von meinem festen Freund getrennt hatte, habe ich sehr oft von K. geträumt. Im Prinzip war es immer der gleiche Traum: Ich war auf der Suche nach ihm, habe alles gemacht, um ihn zu finden. Und als ich ihn gefunden hatte, haben wir uns ausgesprochen und dann geküsst. Dann werde ich wach. Mittlerweile sind die Träume verschwunden, aber dennoch frage ich mich manchmal, was damals passiert ist, warum er das getan hat, wie es ihm heute geht und ob wir uns jemals wiedersehen werden.

Nachdem K. weg war, wurden J. und ich noch bessere Freundinnen und hatten unfassbar viel Spaß miteinander. Ich habe sie immer sehr bewundert, denn im Zeichnen und Nähen war sie so viel besser als ich. Darum finde ich es auch sehr schade, dass sie nicht mit mir nach Trier gekommen ist, um hier zu studieren, denn sie ist wirklich talentiert. Leider macht sie heute nichts mehr im kreativen Bereich. Aber sie heiratet bald und mein Mann und ich fahren zu ihrer Hochzeit. Ich freue mich schon sehr darauf, sie wiederzusehen.

Wie es dann nach der Ausbildung für mich in Trier weiterging, erzähle ich dir beim nächsten Mal.

Vielen lieben Dank, dass du auch diesen Monat mit dabei warst und mich auf meinem Weg begleitest und meinen Traum unterstützt.

Fühl dich gedrückt.

In Liebe
deine Nathalie 

 

Traumpost März 2026

Liebe __________,

ein kleiner Traum geht wahr mit dieser Snailmail. Meine eigene Traumpost. Aber was hat es eigentlich mit dem Namen auf sich? Er leitet sich vom Tagtraum ab. Ich bin nämlich ein kleiner Tagträumer und ich möchte dich mit meiner Kunst und ihren Geschichten ebenfalls zum Tagträumen einladen. Ich möchte mit dir in andere Welten eintauchen und dir meine Fantasiefiguren vorstellen. Aber vielleicht stelle ich dir erst einmal mich vor.

Mein Name ist Nathalie und ich wurde am 8. Januar 1997 in einer eiskalten Nacht geboren. Mein Opa erzählt immer, dass es so kalt war, dass der Springbrunnen vor dem Schloss Arcen beim Sprühen eingefroren ist.

Mein Vater hat meine Mutter noch vor meiner Geburt verlassen und bis heute haben wir ein schwieriges Verhältnis, worunter ich lange gelitten habe. Ich war als Kind also viel bei meinen Großeltern. Leider ist meine Oma Ende letzten Jahres an Blasenkrebs gestorben, was mich sehr traurig gemacht hat. Ich habe versucht, noch viel Zeit mit ihr zu verbringen, aber durch die Entfernung war das leider nicht immer so gut möglich.

Als Kind bin ich erst in den Niederlanden in den Kindergarten und später in die Grundschule gegangen. Als ich drei Jahre alt war, lernte meine Mama ihren neuen Mann kennen und sie bekamen noch zwei Kinder. Ich habe meine Geschwister sehr lieb, auch wenn ich nicht immer die beste große Schwester war, vor allem während meiner Pubertät.

Von groep vier wechselte ich nach Deutschland in die zweite Klasse und wiederholte dadurch sozusagen ein Jahr. Danach ging ich auf eine Mädchenrealschule, was mich aber nicht daran hinderte, mich ständig zu verlieben. Wie ich an dieser Stelle gerne zitiere, aus meiner Lieblingsfilmreihe Twilight, während meiner Pubertät war Edward mein absoluter Schwarm: „Ich war jung und verliebt in die Liebe.“

Die Zeit auf dem Nonnenbunker war nicht immer einfach. Die Klasse teilte sich in zwei große Gruppen, die Mobber und die, die gemobbt wurden. Und ich gehörte nicht zu den Mobbern. Es gab andere, die es noch schlimmer erwischte als mich, und ich versuchte immer, für sie einzustehen. Aber es gab auch Tage, an denen ich mich selbst nicht mehr in die Schule traute.

Nach der 10. Klasse wollte ich unbedingt mein Fachabi machen. Für das richtige Abitur war ich angeblich nicht schlau genug, denn ich hatte eine Vier in Englisch und bis heute hasse ich es ein bisschen. Sobald jemand Englisch spricht, schaltet mein Gehirn ab. In der heutigen Zeit ist das leider nicht immer die beste Angewohnheit.

Das Fachabi kombinierte ich mit einer schulischen Ausbildung zur bekleidungstechnischen Assistentin. Was das genau ist und wie es in meinem Leben weiterging, erzähle ich dir in der nächsten Traumpost.

Bis dahin wünsche ich dir einen wunderschönen Monat und ganz viel Glück und Kraft, all die Ziele und Wünsche zu erreichen, die du dir vornimmst. Vielen Dank, dass du Teil meiner Reise bist und meine Wünsche Wirklichkeit werden lässt.

Alles Liebe
deine Nathalie